Bewerbung neu gedacht: Wie WhatsApp die Jobsuche revolutioniert

Stefan Bubeck

Zu einer Bewerbung gehören ein Anschreiben, ein Lebenslauf, ein Bewerbungsgespräch – und bei einigen Unternehmen ergänzend oder alternativ dazu auch WhatsApp. Wie funktioniert das und wer bietet das an?

Bewerbung neu gedacht: Wie WhatsApp die Jobsuche revolutioniert
Bildquelle: Getty Images / lenanet.

Bei den meisten Firmen bekommt man einen Job nicht einfach per Handschlag – es ist viel aufwändiger. Unter den Bewerbungen suchen Personalverantwortliche zunächst eine Vorauswahl geeigneter Kandidaten heraus. Diese bekommen dann die Chance auf ein Bewerbungsgespräch, Probearbeiten oder mehrtägige Prüfungen in Assessment-Centern. Das erste Kennenlernen ist also entscheidend und es wird daher zunehmend an die Digitalisierung angepasst.

Bewerbung: Erstes Kennenlernen mit WhatsApp

Immer häufiger anzutreffen sind Bewerbungsmöglichkeiten, bei denen in irgendeiner Form WhatsApp zum Einsatz kommt. Sei es, um Fragen an den Personaler zu schicken oder direkt eine Videobotschaft, in der sich der Bewerber persönlich vorstellt. Dass ausgerechnet – und nicht selten ausschließlich – WhatsApp als Kommunikationskanal angeboten wird, liegt an der enormen Verbreitung des Messengers: 98 Prozent aller 14-29-Jährigen nutzen WhatsApp:

„Schreiben Sie uns oder senden Sie uns Ihr Bewerbungsvideo oder Ihre Bewerbungsnachricht auf WhatsApp!“ heißt es auf der Webseite des Personal-Leasing-Dienstleisters APM aus Aschaffenburg. Auch der niedersächsische Betrieb Sanders Backstube ruft seinen Kandidaten zu: „Begeistere uns von Dir per WhatsApp!“ Die Marketing-Chefin Manuela Sander berichtet, dass sich viel mehr Bewerber als auf herkömmliche Ausschreibungen melden. Von klassischen Nachrichten bis hin zu lustigen Fotos oder kreativen Ideen sei alles dabei, so Sander.

Wer ein iPhone nutzt, sollte sich vor einer WhatsApp-Bewerbung diese Tipps anschauen:

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Ein kurzer WhatsApp-Chat hilft über die Hemmschwelle

Der Unternehmer Felix Stock (Eismann Haustechnik, Oldenburg) hat sich extra ein Smartphone angeschafft, das ausschließlich für eingehende Bewerbungen dient. So kann er vielleicht auch mit potentiellen Kandidaten in Kontakt treten, von denen er auf anderem Weg nichts hören würde. „Wer abends auf dem Sofa liegt und über einen Wechsel nachdenkt, schreibt vielleicht doch schneller eine WhatsApp als den formellen Weg über die E-Mail zu gehen.“ Der Chat per WhatsApp bleibt aber nur der erste Schritt, denn Stock lässt sich nach dem Kennenlernen stets den Lebenslauf und die bisherigen Zeugnisse per E-Mail zusenden. Der Messenger helfe Bewerbern aber über die erste Hemmschwelle.

Beim Hamburger Personaldienstleister Hanfried heißt es: „Bewerbungen per Whatsapp sind schnell und direkt. Sie haben bei uns den gleichen Stellenwert wie Bewerbungen auf herkömmlichem Weg.“ Davor sollte man sich vielleicht noch diese Tipps anschauen:

Top-WhatsApp Tricks, die man kennen sollte!

Für die meisten Unternehmen ersetzt WhatsApp die klassischen Bewerbungsunterlagen nicht, es geht oft nur um eine unkomplizierte Kontaktaufnahme. Was dann unter Umständen wegfallen könnte, ist das formelle Anschreiben, mit dem sich einige junge Menschen offenbar schwertun. Kürzlich wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn für Azubis Bewerbungen ohne Bewerbungsschreiben erlaubt – von Bewerbungen per WhatsApp ist beim Staatsbetrieb allerdings noch nicht die Rede.

Quellen und Links: Heise, APM, Sanders Backstube, Deutsche Handwerkszeitung, Hanfried

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