Apple Maps in iOS 12: Kompletter Neuanfang mit eigenen Daten

Holger Eilhard 3

Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass Apple an einer überarbeiteten Version der hauseigenen Karten-App und den dazugehörigen Daten arbeitet. Nun gibt es erste Details dazu, wie diese Änderungen aussehen werden und wie Apple die Daten erfasst.

Apple Maps in iOS 12: Kompletter Neuanfang mit eigenen Daten
Bildquelle: TechCrunch.

Apple Maps: Eigene Verantwortung für die Kartendaten

Seit der Vorstellung von Apple Maps vor sechs Jahren musste sich der iPhone-Hersteller immer wieder Kritik an der eigenen Kartenlösung anhören. Grund dafür ist unter anderem die Abhängigkeit von externen Dienstleistern, welche die Daten für die Karten bereitstellen.

In einem langen Bericht von TechCrunch werden nun Details zu den kommenden Änderungen in Apple Maps beschrieben, mit denen Apple in den kommenden Wochen und Monaten seine Kartenlösung verbessern will. Grundlage für die Änderungen ist die Entscheidung des iPhone-Herstellers von vor rund vier Jahren, sich selbst mit dem Sammeln der notwendigen Daten zu beschäftigen, da diese in Zukunft immer wichtiger sein werden.

Dazu gehört neben den seit einigen Monaten auf den Straßen verkehrenden Minivans mit Apple-Maps-Logo unter anderem auch eine Integration der Daten, die der iPhone-Hersteller von den Smartphones der Anwender erhält. Intern bedeutet dies für Apple ebenfalls einen deutlich größeren Aufwand, da man nun die Änderungen an den Daten selbst durchführen muss und diese nicht auf externe Unternehmen abwiegeln kann. Gleichzeitig erlaubt dies aber, dass Änderungen schneller erfasst und für die Anwender sichtbar werden.

Im Gespräch mit Eddy Cue, gab der Senior Vice President of Internet Software and Services, zu, dass die Karten häufiger aktualisiert werden müssen. Man sei in der Lage, die Daten in der neuen Karten-App in Echtzeit updaten zu können. „Wenn eine neue Straße eröffnet wird, sehen wir dies sofort und können die Anpassung schnell veröffentlichen“, so Cue. „Wir können in den neuen Karten deutlich schneller auf Änderungen reagieren.“

Datensammler: Minivans mit Mac Pro und iPad

Zur Sammlung der neuen Daten setzt Apple unter anderem Minivans ein, welche im Inneren deutlich minimalistischer ausgestattet sind als man erwarten würde. Wie TechCrunch beschreibt, befinden sich dort nur ein Mac Pro — nebst notwendigem SSD-Array für die erfassten Daten — und ein iPad auf dem die eigentliche Software zur Erfassung der Daten läuft.

Extern kommen vier LiDAR-Sensoren, acht Kameras und das übliche Rad zur präzisen Messung von Distanzen zum Einsatz. Während sich ein Mitarbeiter mit der Navigation durch die Straßen befasst, bedient eine weitere Person die eigentliche Software für die Datenerfassung. Ob die erfassten Bilddaten in Zukunft in einer Funktion wie Googles Street View angeboten werden, ist nicht bekannt.

Bewegungsdaten vom iPhone: Privatsphäre hat Priorität

Doch neben den Minivans nutzt Apple auch die Daten von iPhones, die viele Millionen Nutzer in ihren Taschen haben. Die Daten werden so erfasst, dass keine Rückschlüsse auf den Anwender gemacht werden können. Apple sieht niemals den gesamten Weg eines Besitzers, sondern nur einen kleinen Teil der Gesamtstrecke ohne Anfang oder Ende.

Diese Daten nutzt das Unternehmen dazu, um die Karten zu verbessern und Verkehrsinformationen zu aktualisieren. Diese Funktion kann in den Einstellungen auf Wunsch komplett deaktiviert werden. Einfluss auf die Akkulaufzeit soll dies ebenfalls nicht haben.

Das sind die 12 wichtigsten Neuerungen in iOS 12:

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12 Top-Neuerungen von iOS 12.

Apple Karten: Erste Vorschau in nächster iOS-12-Beta

Eine erste Vorschau auf die neuen Karten, die unter anderem deutlich detaillierter sein werden, wird Apple in der kommenden Woche in der dritten Beta von iOS 12 geben. Die neuen Daten sind dann zunächst um die Bay Area rund um San Francisco, Apples Heimat, beschränkt. Mit der finalen Version von iOS 12 soll dann auch der Norden Kaliforniens auf den neuen Daten basieren.

Apple hat aber Mitarbeiter, die sich weltweit mit der Verbesserung des Datenbestands beschäftigen. Es bleibt eine Frage der Zeit, bis Apple die neuen Daten global anbieten wird.

Viele weitere Informationen rund um Apples neue Karten-App und wie das Unternehmen aus Kalifornien die so gesammelten Daten einsetzen will, findet ihr bei TechCrunch.

Quellen: TechCrunch 1, 2

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