Wegwerf-E-Mails – Anbieter und Funktionen

Marco Kratzenberg

Überall werden E-Mail-Adressen gesammelt. Abhilfe schaffen hier Wegwerf-E-Mail-Adressen, die man sich schnell und unkompliziert an vielen Stellen besorgen kann. Wo ihr sie bekommt und worin sie sich unterscheiden, erfahrt ihr hier.

Nicht immer, wenn man irgendwo nach einer E-Mail-Adresse gefragt wird, will man seine echte Adresse eingeben. Falsche E-Mail-Adressen, auch Wegwerf-E-Mail oder Trash-Mail genannt, schaffen hier Abhilfe. Wenn jemand einen Download nur herausrücken will, wenn ihr mit eurer E-Mail bezahlt, könnt ihr ihn so austricksen.

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Zum Glück gibt es die Möglichkeit, sich Einweg-E-Mail-Adressen zu besorgen. Die sind nur ein paar Mal gültig und verfallen dann automatisch. Man muss nicht einmal ein neues E-Mail-Konto dafür einrichten, da eintreffende Post einfach weitergeleitet oder nur online angezeigt wird.

Wegwerf E-Mails – zwei Konzepte

Es gibt zwei Arten solcher Wegwerf-E-Mail-Anbieter: Da sind zum einen die Weiterleiter und zum anderen die Online-Anzeiger. Bei den Weiterleitern erstellt man sich seine temporäre E-Mail-adresse und muss angeben, wohin ankommende Mails weitergereicht werden sollen. Oft kann man in diesem Fall noch angeben, wie lange diese Weiterleitung gültig sein soll und wie viele der ankommenden Mails euch in diesem Zeitraum erreichen sollen. Ist die Zeit abgelaufen oder der Zähler erreicht, verfällt die E-Mail-Adresse endgültig und ist für den Absender nicht mehr erreichbar. Einer der leistungsfähigsten und bekanntesten Anbieter solcher Lösungen ist TrashMail.net. Für diesen Service gibt es auch ein Firefox-Addon.

Gänzlich anders ist das Wegwerf-E-Mail-Konzept der anderen Gruppe. Wie vorher auch kann man sich eine recycelbare E-Mailadresse aussuchen oder bekommt eine zugeteilt. Diese gibt man nun der E-Mail-gierigen Webseite. Der Vorteil ist, dass man niemandem – nicht mal dem Anbieter solcher Dienste – seine echte Mailadresse geben muss. Man muss nicht mal eine E-Mailadresse haben!

Ab sofort nimmt die neue Mailadresse für 24 Stunden E-Mails an. Danach wird sie automatisch deaktiviert. In dieser Zeit kann man die Webseite immer wieder aufrufen und bekommt die eingetroffenen Mails online angezeigt. Sollte man die Adresse weiter benötigen, so muss sie jeden Tag mindestens einmal aufgerufen werden – sonst verfällt sie. Ein Anbieter findet ihr unter WegwerfE-Mail-Adresse.com. Diese Art der Postfilterung ist nicht nur nützlich, wenn man seine eigene Mailadresse nicht angeben will. Man kann sie auch nutzen, wenn man unterwegs ist und zu seinem Postfach gerade keinen Zugriff hat.

Wenn ihr ganz anonym bleiben wollt, solltet ihr euch auch hinter einem anonymen Proxy verstecken:

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Die Wegwerf-E-Mail-Adressen als Dauerlösung im Browser

Berufsbedingt brauche ich diese Art der gefälschten E-Mailadressen häufig. Ich muss ja ständig irgendwo Software downloaden oder mich irgendwo testweise anmelden. Dann will ich weder meine Firmenadresse verwenden, noch eine meiner privaten Adressen. Und meist weiß ich definitiv, dass ich die E-Mail-Adresse nur dieses eine Mal brauchen werde. Warum also ein Risiko eingehen? Natürlich könnte ich immer wieder die Webseite von TrashMail.net besuchen und mir bei Bedarf dort eine neue Umleitungsadresse holen. Doch warum soll ich mir diese Arbeit machen, wenn es doch viel Einfacher geht? Dank des originalen TrashMail-Addons für Firefox klicke ich in Emailfeldern nur noch auf die rechte Maustaste und wähle dort „Wegwerfbare Adresse einfügen“.

Dazu musste ich mich einmal kostenlos anmelden und diese Anmeldedaten werden von dem Addon beim Start auch abgefragt. Aber dann habe ich meine Umleitungsadressen sofort zur Hand, kann unter sehr vielen Domains wählen und mir online auch eine Statistik über meine Umleitungen ansehen.

Problematik der Wegwerf-E-Mail-Adressen

Es wäre ja auch zu schön, wenn das immer ohne Probleme klappen würde. Aber natürlich gibt es reichlich Seiten, die diese Art der E-Mail-Adressen nicht akzeptieren wollen oder können. Und die sperren die ganzen Emaildomains, sobald sie ihnen bekannt sind. Das führt dann dazu, dass man sich mit vielen der Wegwerf E-Mail-Adressen nicht anmelden darf und sich entweder einen Anbieter suchen muss, der noch nicht so bekannt ist, oder man verzichtet auf das Angebot. Daraus resultiert dann ein Wettrennen zwischen den Anbietern der E-Mail-Adressen und den Webseiten und es kommt immer darauf an, wer gerade die Nase vorne hat.

Ein weiteres Problem betrifft die Vertrauenswürdigkeit der Mailanbieter. TrashMail.net ist über alle Zweifel erhaben. Viele Versuche weltweit haben ergeben, dass es zu keinerlei Spambelästigung auf E-Mailkonten kam, die man dort abgelegt hat. Doch was weiß man schon über die Anbieter der anderen Adressen? Wer weiß, ob gerade diese Seiten nicht angelegt wurden, um Mailadressen zu sammeln, damit man sie an Spammer verkaufen kann. Im Zweifelsfall sollte man also zu den „Online-Anzeigern“ greifen. Aber dorthin sollte man sich ebenfalls nur Mails senden lassen, die keine echten persönlichen Daten enthalten.

Das dritte Problem ist der Datenschutz während der Nutzung. Das ist kein Riesenproblem, sollte aber nicht vergessen werden. Wenn ihr gerade eine Adresse wie [email protected] nutzt, die 24 Stunden gültig ist und online abgerufen wird, dann kann das jeder andere auch tun! Jeder, der auf die Webseite des Anbieters geht und diese Mailadresse abruft, kann sehen, was ihr dort empfangen habt. Ihr solltet diese Angebote also nur für wirklich Unwichtiges verwenden!

Anbieter von kostenlosen Wegwerf-E-Mail-Adressen

Anbieter

Art der E-Mail-Adresse

tempr.email (früher discardmail.com) Onlineanzeige der einkommenden E-Mails, sehr viele Emaildomains zur Auswahl
wegwerfE-Mail-Adresse.com Onlineanzeige der einkommenden E-Mails, einige Emaildomains zur Auswahl
byom.de Onlineanzeige der einkommenden E-Mails, nur eine Maildomain, spezielles Sicherheitsfeature mit Ausweichadresse
mailinator.com Onlineanzeige der einkommenden E-Mails, Upgrade auf Bezahlkonto möglich, dass die Mails an frühere Fakeadressen sammelt, bietet zwar angeblich 100 Maildomains, zeigt sie aber nicht an.
mail1a.de Onlineanzeige der einkommenden E-Mails, nur eine Maildomain
trashmail.com Weiterleitung an eigene E-Mail-Adresse, einige alternative E-Maildomains, Browser-Plugins
fakemailgenerator.com Onlineanzeige der einkommenden E-Mails, einige Emaildomains zur Auswahl

Die letzte Möglichkeit: Müllsammler-Adressen

Es gibt genügend Situationen, in denen man eine E-Mail-Adresse nicht in der Wegwerf-Variante, sondern dauerhaft braucht. Trotzdem will man sie nach Möglichkeit von dem Konto trennen, das man ständig nutzt.

In dem Fall ist zu empfehlen, dass ihr ein spezielles Konto bei einem kostenlosen E-Mail-Anbieter einrichtet, das ihr ausschließlich für solche Zwecke nutzt. Wenn es dann noch einen guten Spamfilter bietet, ist das definitiv hilfreich. In dieser Hinsicht ist zum Beispiel Google Mail sehr zu empfehlen. Ihr könnt die einkommenden E-Mails online, in einem Mailprogramm oder jeder E-Mail-App empfangen. Dabei habt ihr den Vorteil eines exzellenten Spam- und Virenfilters, müsst nichts dafür bezahlen und braucht E-Mails nur abzurufen, wenn ihr etwas erwartet.

Das Konto läuft nie ab, bietet reichlich Platz und der Anbieter wird garantiert nie auf irgendeiner Webseite blockiert. Zusatznutzen: Auf vielen Seiten kann man sich mit einem Google-Konto anmelden. Also könnt ihr dieses Tarn-Konto auch zu diesem Zweck nutzen, ohne irgendwo eure echte Identität preiszugeben. Allerdings ist das eben auch kein Wegwerf-Konto. Ihr solltet schon gelegentlich mal die Mails kontrollieren, den Spam löschen und euch gegebenenfalls auch bei dem einen oder anderen Anbieter wieder abmelden. Denn ansonsten könnt ihr genauso gut die automatisch verfallenden Einmal-E-Mail-Adressen verwenden. Und hättet von so einer Tarn-Adresse keine Vorteile.

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