Fake-News auf Facebook, Google und Co. erkennen – darauf müsst ihr achten

Selim Baykara 4

Fake-News sind ein Thema, das in den vergangenen Monaten für viel Aufregung gesorgt hat, vor allem in den sozialen Medien wie Facebook. Und das wird sich in Zukunft wohl auch nicht ändern. Wir zeigen, wie ihr die Hoax-Nachrichten zielsicher erkennt und entlarvt.

Video: Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet

Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet.
Das Internet hat die redaktionelle Arbeit grundlegend verändert, da inzwischen nicht mehr nur Verlagshäuser und etablierte Redaktionen Artikel, Kommentare und Berichte über Neuigkeiten und aktuelle Themen veröffentlichen. Daneben gibt es eine unüberschaubar große Anzahl von Privatpersonen, Bloggern, Interessengruppen und Organisationen, die ebenfalls Inhalte ins Netz stellen. Diese Meinungsvielfalt kann man prinzipiell begrüßen – leider führt das aber auch zu einem ernsten Problem, das sich immer weniger ignorieren lässt: Viele angeblichen Neuigkeiten sind in Wirklichkeit frei erfunden und haben sich nie ereignet.

Inhaltsverzeichnis:

Fake News erkennen

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Facebook-Hoaxes: Diese 10 Falschmeldungen sind so dumm, dass wir weinen müssen .

Was sind Fake-News? Leicht erklärt

Bei Fake-News handelt es sich um gefälschte News, also um Berichte über ein Ereignis, das so nie stattgefunden hat. Fake bedeutet auf Englisch Fälschung oder Täuschung, Fake-News sind also Neuigkeiten, die nicht der Wahrheit entsprechen. Wichtig ist dabei vor allem der Unterschied zu einer klassischen Falschmeldung. Diese entsteht oft unbeabsichtigt aufgrund von fehlenden oder nicht richtig erkannten bzw. eingeordneten Informationen. Fake-News sind im Unterschied dazu bewusst gefälscht: Es steckt immer eine Absicht dahinter und die Fake-News entstehen nicht aus Versehen. Einige Beobachter sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem postfaktischen Zeitalter.

Gefakte News-Berichte im Internet

Fake-News sind vor allem im Internet und den sozialen Medien weit verbreitet. Generell kann heute jeder mit Zugang zum Internet Texte veröffentlichen, die dann auch auf Google gefunden und mit Facebook weiterverbreitet werden können. Bislang findet eine inhaltliche Kontrolle in vielen Fällen nicht statt oder ist auch gar nicht vorgesehen. Die Suchmaschine Google nimmt z.B. bei Beschwerden teilweise zwar vereinzelt Seiten aus dem Such-Index. In Regel stehen seriöse Nachrichten-Seiten aber gleichberechtigt neben privaten Blogs und auch Angeboten zweifelhafter Natur (z.B. Webangebote von Verschwörungstheoretikern oder politisch eindeutig motivierten Verfassern).

Auf Facebook wiederum teilen die Nutzer Nachrichten, die sie auf Google und Co. finden. Dank der Vernetzung mit eigenen Kontakten und deren erweiterten Bekanntenkreis erreichen die Netzfundstücke teilweise gigantische Reichweiten  – egal, ob die Nachricht frei erfunden ist. Erfahrungsgemäß werden besonders Katastrophen-Meldungen und Horror-Geschichten immer wieder geteilt und finden auf diese Weise ein Millionenpublikum, auch wenn die News überhaupt nicht stimmt. Dabei kommt den Urhebern von Fake-News zugute, dass viele Nutzer Texte im Netz nur oberflächlich lesen oder überfliegen, die Inhalte aber dennoch liken und mit anderen teilen.

Warum werden Fake-News geschrieben?

Es gibt verschiedene Gründe gefälschte News-Meldung in die Welt zu setzen und zu verbreiten – die Urheber von Fake-News können durchaus unterschiedliche Motive haben. Dennoch gibt es einige Trends, die sich wiederholen:

  • Mit gefakten Geschichten und News werden Stimmungen erzeugt und die Meinungsbildung im öffentlichen Raum beeinflusst.
  • Dazu werden die gefälschten Geschichten teilweise auch von Social Bots verbreitet.
  • Gefälschte Meldungen werden gezielt dazu benutzt, um potentielle Leser auf das Webangebot der Verfasser zu locken.
  • Die so erzeugten Seitenaufrufe führen zu Werbeeinnahmen – Fake-News können sich für den Urheber also auch finanziell potentiell lohnen.
  • Auch auf Facebook werden Fake-News teilweise dazu genutzt, um den Bekanntheitsgrad von bestimmten Seiten zu erhöhen.
  • Manchmal sollen Leser der Fake-News auch zu weiteren Angeboten gelockt und z.B. zum Abschluss von kostenpflichtigen Abonnements verführt werden.

Beispiele für Fake-News

Fake-News gibt es in den verschiedensten Ausführungen, sehr häufig handelt es sich dabei aber um vermeintlich sensationelle oder besonders schockierende Meldungen. Hier einige Beispiele für Fake-News, die in den letzten Monaten für Aufsehen sorgten:

In manchen Fällen ist es nicht immer ganz leicht, eine scharfe Grenze zwischen echten und erfundenen Meldungen zu ziehen, da die Fake-News teilweise einen wahren Kern enthalten, aber gezielt Tatsachen unterschlagen oder den Sachverhalt übertreiben. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Killer-Clowns – vereinzelt gab es tatsächlich solche Gestalten, es handelte sich aber nicht um ein Massenphänomen, wie in zahlreichen Fake-News-Artikeln behauptet wurde.

Fake News Artikelbild

Zum Thema: Facebook geht gegen Fake-News vor

Auch bei Facebook erkennt man inzwischen, dass Fake-News ein echtes Problem geworden sind. Das soziale Netzwerk informiert seit Kurzem, dass man Nutzer aus 14 Ländern drei Tage lang einen Banner mit zehn Empfehlungen anzeigt, um die Fake-News zu erkennen. Laut Facebook-Manager Adam Mosseri, habe man sich bewusst für einen begrenznten Zeitraum entschieden: „Wenn man die Tipps zu lange zeigt, kann es einen gegenteiligen Effekt haben.“ Zu den Ratschlägen gehört unter anderem, genauer auf die Web-Adresse oder auf den Namen der angeblichen Quelle zu achten.

Facebook Falschmeldungen

In welchen Ländern das Tool freigeschaltet wird, erklärt Facebook leider nicht, außerdem ist unklar, ob es sich um eine einmalige Aktion handelt oder ob man in Zukunft mit ähnlichen Maßnahmen rechnen darf. Da Fake-News auch in Zukunft ein Thema sein werden, solltet ihr euch auf jeden Fall unsere Tipps im nächsten Absatz anschauen.

Fake-News erkennen und entlarven

Fake-News sind nicht immer, aber sehr oft, relativ leicht zu erkennen und zu entlarven. Falls ihr im Internet auf verdächtige Meldungen stoßt, bei denen ihr euch nicht sicher seid, ob sie der Wahrheit entsprechen, solltet ihr euch an die folgenden Ratschläge halten:

  • Bei gefälschten Meldungen wird meistens keine verlässliche und seriöse Quellenangabe angegeben.
  • Prüft daher immer genau, von wem die Nachricht stammt – Blogs, Privatpersonen und Bekannte auf Facebook sind in der Regel keine verlässliche Quelle.
  • Fake-News behandeln häufig Themen, die aus dem Alltag gegriffen sind und fordern den Leser aktiv auf zu handeln.
  • Zahlreiche Meldungen sind z.B. Warnungen, die mit der Aufforderung verbunden sind, die Warnung in den sozialen Medien teilen.
  • Bei Meldungen, die ausschließlich in den sozialen Medien verbreitet werden, solltet ihr immer besonders vorsichtig sein, da es sich hierbei oft um Fälschungen handelt.
  • Wenn eine Nachricht echt ist, wird sie in der Regel sehr schnell von seriösen Medien, Tageszeitungen, Fernsehsendern und Nachrichten-Seiten wie Spiegel Online, Zeit und Co. aufgegriffen.
  • Auf der Webseite mimikama.at werden regelmäßig Meldungen im Netz auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.
  • Generell solltet ihr Meldungen nicht einfach teilen, wenn ihr euch über den Wahrheitsgehalt nicht sicher seid.

Gerade den letzten Punkt sollte man nicht unterschätzen. Viele Leser neigen im Netz zu Oberflächlichkeit und tendieren dazu Artikel nicht vollständig zu lesen. Studien zufolge überfliegen rund 79 % aller Nutzer eine aufgerufene Webseite, nur etwa 16 % lesen tatsächlich Wort für Wort. Das muss nicht zwangsweise schlecht sein und kann auch als Reaktion auf das Überangebot an Informationen verstanden werden. Gerade bei besonders schockierenden oder sensationellen Meldungen sollte man allerdings besonders genau hinsehen, um nicht getäuscht zu werden. Auch dass man Meldungen nicht einfach teilen soll, kann man nicht oft genug betonen. Auf diese Weise verhindert ihr, dass die Fake-News ein Publikum finden und ihre Wirkungen entfalten können.

Bildquellen: RTimages, SIphotography, Facebook

Warnung auf WhatsApp und Co. erhalten: Wie reagiert ihr?

Was macht ihr, wenn ihr solche Kettenbriefe oder Warnungen bekommt? Löschen oder doch lieber mit anderen Leuten teilen? Nehmt an unserer Umfrage mit und erfahrt, wie sich die anderen Leser verhalten.

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA TECH

* gesponsorter Link