Samsung Portable SSD T5 im Test: Wenn Extern schneller als Intern ist

Frank Ritter 10

Samsungs neue Portable SSD T5 sieht unspektakulär aus. Trotzdem beeindruckt uns das kleine blaue Kästchen. Warum, erklären wir im Testbericht.

Samsung Portable SSD T5 im Test: Wenn Extern schneller als Intern ist

Samsung hat eine neue externe SSD vorgestellt. Sie ist formschön, hat ein Alu-Gehäuse, ist klein und leicht, kann an Geräte mit traditionellem USB-A- und dem neuen USB-C-Port angeschlossen werden und ist dank VNAND-Flashspeicher und USB-3.1-Support wahnsinnig schnell. Ende der Geschichte.

Ende der Geschichte? Nicht ganz. Denn Samsung hat uns die T5 mit 500 GB – real 466 GB – für ein paar Tage vorab zur Verfügung gestellt. So hatten wir die Möglichkeit, das Ding einfach mal … zu benutzen. Und abseits von kalten Daten, die man auf jedem Specsheet nachlesen kann, ist das einfach mal ein geiles Ding – wenn man das nötige Kleingeld und die richtige Verwendung dafür hat.

Schaffen wir erstmal das Wichtigste aus dem Weg: Äußerlichkeiten. Mit Maßen von 74 × 57,3 × 10,5 mm ist die Disk ziemlich kompakt, etwas breiter und dicker, aber kürzer als eine Scheckkarte. Auch das Gewicht von 51 Gramm geht in Ordnung. Sie ist leicht genug, um in einer Hemdtasche oder einer Clutch transportiert zu werden, aber man hat auch nicht das Gefühl, einen Hauch von Nichts in der Hand zu halten. Das Alugehäuse ist in einer Farbe, die Samsung, albern wie immer, „Alluring Blue“ nennt und fühlt sich irgendwie auch gut in der Hand an.

Am seitlichen Plastikrand im Gehäuse selbst steckt ein USB-C-Port, der an der schmalen Seite nicht ganz zentriert ist – was Symmetrieneurotiker zu Verzweiflung treiben könnte, mich aber nicht juckt. Daran stöpselt man eines der beiden, ungefähr 45 cm langen, mitgelieferten Kabel. Mit denen kann man die T5 auf der anderen Seite wiederum entweder an ein anderes USB-C-Gerät (MacBook, PC oder Android-Smartphone neuerer Bauart) oder an einen klassischen USB-A-Port anschließen. Das ist nicht ganz ideal, wenn ich mal auf hohem Niveau nörgeln darf: Da hat man schon so eine schmale Datenschachtel und muss dann trotzdem Kabel mitschleppen, die fast noch einmal so viel Platz in der Tasche wegnehmen. Kleiner Tipp an Samsung für eine etwaige T6: Macht’s wie die Hersteller von externen Akkupacks und integriert zumindest ein kurzes USB-C-Kabel direkt ins Gehäuse.

Kleine Wissensauffrischung: SSDs sind schneller, stromsparender, leichter und robuster als herkömmliche mechanische Festplatten. Der einzige Nachteil ist der bei weitem höhere Preis. Konkurrenten für portable SSDs sind natürlich auch USB-Speichersticks, die es in Zillionen Varianten gibt. Zumindest im Bereich Portabilität zieht die T5 den Kürzeren, ist dafür aber bei der Geschwindigkeit, dem Preis pro GB und den Kapazitätsvarianten trotzdem überlegen.

Samsung Portable SSD T5: Ja, sie ist schnell

Okay, aber wie schnell ist jetzt die T5? Schlichte Antwort: Pfeilschnell. Samsung wirbt mit Schreib- und Leseraten von über 500 MB pro Sekunde. Das können wir bestätigen, zumindest wenn man die SSD an einen Computer mit USB-3.1-Anschluss betreibt. Die Benchmarks sprechen für sich:

Samsung T5 SSD: Benchmark 1
Samsung T5 SSD: Benchmark 2

Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben von sequenziellen Daten erreicht die T5 mindestens 500 MB pro Sekunde! Notabene: MB, nicht MBit. Nun haben heutzutage bislang die wenigsten Geräte einen USB-3.1-Port. Etwas langsamer, aber immer noch flott sind die Transferraten, wenn man die SSD an einem älteren USB-3.0-Port betreibt:

„Das sind schöne Zahlen, aber was zum blutigen Ser Sandor Clegane bringt mir das?“ mag sich da der eine oder andere denken. Eine Anekdote zur Einordnung: Ich nutze eine interne SSD in meinem Desktop-Rechner als Systemlaufwerk für Betriebssystem und Anwendungen, über deren Geschwindigkeit ich mich nie beklagt habe. Die T5 ist trotzdem: schneller. Jupp, richtig gelesen, diese USB 3.1-Disk hat eine höhere Schreib- und Lesegeschwindigkeit als ein internes Laufwerk, das am SATA-Port hängt.

In der Praxis heißt das, dass man die Samsung T5 tatsächlich wie ein internes Laufwerk verwenden kann. Ich habe beispielsweise testweise ein Steam-Spiel mit Open-World-Umgebung darauf installiert und hatte beim Zocken keinerlei Probleme hinsichtlich der Performance im Vergleich zu einer internen SSD. Von herkömmlichen Festplatten mal ganz abgesehen – die können im Vergleich endgültig einpacken.

Aber auch als Herumreich-Datenträger für ein Turnschuhnetzwerk macht das Gerät eine gute Figur. Wer im Kollegenkreis hochauflösende Versionen von Blockbuster-Serien wie dem TECH.täglich hin- und hertauscht, wird sich freuen, dass mit diesem Laufwerk Wartezeiten praktisch passé sind. Ein Gigabyte lesen oder schreiben dauert nun einmal nur 2 Sekunden. Selbst wenn man Daten solcher Art gleich staffelweise kopiert, dauert das nicht mehr, wie ehedem mit USB-2.0-Sticks, eine halbe Stunde – sondern Sekunden oder schlimmstenfalls wenige Minuten. Und meine Office-Kollegen aus dem Videoschnitt bekommen feuchte Augen, wenn sie daran denken, wie schnell man 4K-Rohmaterial für Messevideos auf diese Weise von A nach B transportieren könnte.

Ein weiterer Vorteil ist die Kompatibilität der T5 mit dem sich immer weiter ausbreitenden USB-C-Standard. So kann man die SSD bereits an die meisten aktuellen Android-Smartphones anschließen und entweder davon direkt Filme abspielen oder Dateien wie 4K-Videos vom Telefon schnell auf die T5 transferieren. Zusätzliche Software ist dafür in der Regel nicht notwendig, der auf dem Smartphone zumeist vorinstallierte Dateimanager reicht vollkommen.

Zusätzlich bietet Samsung noch eine Verschlüsselungs-Software an, mit der die Daten gegen die Blicke Fremder im Falle von Verlust oder Diebstahl geschützt sind. Deren Installer für Mac und Windows liegen bereits auf der SSD, eine Android-App gibt es im Play Store. Problematisch ist dabei lediglich, dass die Installation unter Windows Administrationsrechte erfordert. Eine portable Variante der Software wäre sinnvoll gewesen, beispielsweise für Fälle, in denen man auf verschlüsselte Daten in einem Internetcafé am Urlaubsort zugreifen möchte. Mit VeraCrypt gibt es zumindest eine Alternative im Open-Source-Bereich, die auch portabel installiert werden kann. Die Samsung-Software sollte man trotzdem auf seinem Hauptrechner installiert lassen, weil darüber Firmware-Updates für das Laufwerk installiert werden.

Test-Fazit zur Samsung T5

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Sollte man sich die T5 kaufen? Natürlich sind die Laufwerke teuer, aktuell gibt’s die T5 mit 256 GB für rund 140 Euro, die 500-GB-Version für 230 Euro, die 1-TB-Variante für 430 Euro und die 2-TB-Version für 850 Euro. Die Investition lohnt sich aber, wenn man einen konkreten Einsatzzweck hat. Für Laptopnutzer mit begrenztem Speicher oder Leute die mit großen Datenmengen hantieren und diese schnell von A nach B schaffen wollen, ist die T5 praktisch ein Lebensretter. Die Geschwindigkeit ist atemberaubend, der Formfaktor perfekt und die kleinen Kritikpunkte – Stichwort externe Kabel und nicht-portable Software – vernachlässigbar.

  • Geschwindigkeit (50 %): 5/5
    Schneller geht es extern aktuell kaum
  • Anschlüsse und Konnektivität (20 %): 4/5
    USB-C und -A-kompatibel, aber kein integriertes Kabel
  • Design und Ergonomie (20 %): 5/5
    Passt in jede Tasche, wertige Materialien und Verarbeitung
  • Software und Zusatz-Features (10 %): 3/5
    Verschlüsselung-Software für PC und Mac, sonst nichts

Gesamt: 92 %

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