Tastatur im Lieferumfang – mit komischem Geruch

Peter Hryciuk 4

An der Unterseite des Galaxy Book 12 hat Samsung eine tiefe Einkerbung eingelassen, mit der das Tastatur-Cover und das Tablet verbunden werden. Während das komplette Tablet schön abgerundet ist, macht sich diese Kerbe beim Halten im Hochformat durchaus negativ bemerkbar – genau wie das hohe Gewicht von 754 Gramm.

Viel schlimmer ist aber der chemische Geruch, der von der Tastatur kommt und an billige Gummimatratzen erinnert. Das für die Tastatur verwendete Material fühlt sich auch genau so an. Der Geruch der Tastatur verfliegt auch nach Tagen nicht. Wenn man das Tastatur-Cover nicht verwendet und zugeklappt liegen lässt, kommt der chemische Geruch beim Aufklappen und Einlegen des Tablets wieder deutlich durch.

Die Tastatur an sich funktioniert sehr gut. Der Druckpunkt der Tasten ist präzise, die Beleuchtung erlaubt das Arbeiten im Dunkeln und die Größe der Tasten ist perfekt gewählt. Man fühlt sich also direkt wohl. Das Touchpad unter der Tastatur funktioniert zwar gut, unterstützt aber anscheinend kein Multitouch. Das Scrollen mit zwei Fingern, wie man es von jedem anderen modernen Laptop kennt, ist hier nicht möglich. Das behindert die Bedienung ungemein, denn so muss man entweder zu den Pfeiltasten greifen oder den Touchscreen bemühen. In beiden Fällen muss unnötigerweise der Arm bewegt werden.

Das Tastatur-Cover hat aber noch weitere Funktionen. So kann eine Lasche unter der Tastatur festgeklebt und dort der Stylus für den Transport sicher verstaut werden.

Die Rückseite dient zudem als Kickstand, um das Samsung Galaxy Book 12 in unterschiedlichen Winkeln aufstellen zu können. Die Lösung empfinden wir als nicht optimal. Ein Kickstand im Gehäuse des Tablets, wie es beim Surface Pro (2017) von Microsoft der Fall ist, wäre die deutlich bessere Lösung. Möchte man nämlich nur einen Film schauen oder Bilder durchblättern, dann benötigt man die Tastatur nicht. Hierbei orientiert sich Samsung an Apple und somit dem falschen Vorbild.

Das Super-AMOLED-Display ist eine Augenweide

Samsung setzt beim Galaxy Book 12 auf ein Super-AMOLED-Display, das eine hervorragende Darstellung besitzt. Es gehört zu den besten Bildschirmen, die wir in einem mobilen Windows-Gerät bisher gesehen haben. Die Auflösung liegt bei 2.160 x 1.440 Pixeln. Das entspricht einem Seitenverhältnis von 3:2, wie man es von den Surface-Tablets kennt. Die Bildschirmdiagonale ist mit 12 Zoll ausreichend groß, sodass man auf dem Book 12 gut arbeiten kann.

Das Seitenverhältnis von 3:2 hat Vor- und Nachteile. Einerseits wird mehr Inhalt beim Arbeiten angezeigt, anderseits werden Filme mit schwarzen Balken dargestellt. Dadurch wirkt das Bild viel kleiner. Da es sich hierbei aber mehr um ein Arbeitsgerät und einen Notebook-Ersatz handelt, ist ein 3:2-Display die richtige Wahl. Es macht einfach Spaß mit dem Tablet unter Windows 10 zu arbeiten.

Samsung Galaxy Book 12 mit S Pen

Im Display eingebaut ist ein Digitizer, der mit dem mitgelieferten Stylus verwendet werden kann. Das funktioniert ebenfalls hervorragend. Es werden 4.096 Druckstufen erkannt, was eine extrem hohe Präzision bei handschriftlichen Eingaben ermöglicht. Der S Pen kann überall unter Windows 10 verwendet werden. Einige Programme wie Microsoft Edge besitzen sogar einen speziellen Stylus-Modus, in dem Eingaben per Stift durchgeführt werden können.

Der Stift hat eine 0,7 mm breite Spitze und benötigt keine Batterie. Man läuft also nie Gefahr, einen unbrauchbaren Stylus zu haben. Der verwendete Kunststoff für den Stift hat ebenfalls einen komischen Geruch. Samsung hätte hier wirklich ein anderes Material verwenden sollen.

Keine biometrischen Sensoren

Microsoft setzt beim Surface Pro (2017) auf eine Gesichtserkennung zur Anmeldung per Windows Hello in Windows 10, Huawei und andere Hersteller auf einen Fingerabdruckscanner. Samsung verbaut nichts von beidem – obwohl der Hersteller im Android-Sektor mit dem Galaxy S8 ein Smartphone anbietet, das beide Technologien unterstützt.

Bei dem hohen Preis für das Samsung Galaxy Book 12 hätte ein biometrischer Sensor definitiv mit an Bord sein müssen.

Auf der nächsten Seite: Leistung, SSD und Akkulaufzeit

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