Überraschendes Geständnis: So viel verdient Amazon wirklich an Echo und Fire TV

Stefan Bubeck

Der Amazon-Topmanager David Limp hat in einem ausführlichen Interview verraten, wie die niedrigen Preise der eigenen Hardware-Produkte zustandekommen und wie es um den Datenschutz bei der persönlichen Assistentin Alexa steht.

Apple HomePod vs. Google Home vs. Amazon Echo.

Unabhängig davon, was man von Amazons eigener Hardware hält: Man muss als Beobachter schon zugeben, dass die E-Book-Reader (Kindle), Tablets (Fire), TV-Sticks (Fire TV) und Smart-Home-Lautsprecher (Echo) preislich sehr attraktiv sind. So geht der über die virtuelle Ladentheke, auch das ein echter Preisbrecher.

Echo, Fire TV und Kindle: Käufer zahlen nur die Herstellungskosten

Als Kunde bekommt man bei Amazon jede Menge Hardware für sein Geld. Wie David Limp (Senior Vice President von Amazon alle Hardware-Produkte) verrät, verlange Amazon für seine Produkte nur so viel, wie „uns die Herstellung gekostet hat“. Man versuche also nicht, einen wirtschaftlichen Profit direkt beim Verkauf der Tablets, Reader und Lautsprecher zu erzielen – das Ziel sei vielmehr langfristig angelegt: „Nur wenn sie das Produkt jahrelang verwenden, verdienen wir Geld daran.“

Der Online-Händler stehe mit diesem Geschäftsmodell „im Kontrast zu der großen Mehrheit der Konsumelektronik-Hersteller“, die ausschließlich mit dem Verkauf von Geräten Profit erzielen. „Die meisten Smartphone-Hersteller sind darauf aus, dass Sie möglichst bald wieder ein neues Smartphone kaufen. Mir hingegen geht das Herz auf, wenn ich einen zehn Jahre alten Kindle sehe,“ so der Amazon-Manager gegenüber Zeit Online.

Mit dieser Strategie versucht Amazon einerseits, eine möglichst große Nutzerbasis zu schaffen. Andererseits wird aufgrund der Kampfpreise anderen Herstellern das Leben schwer gemacht. Durch regelmäßig auftauchende Rabatte auf Amazon-Hardware wird diese Situation sogar noch weiter verschärft. So kann etwa der Alexa-kompatible die ohnehin schon günstigen Echos nicht klar unterbieten. Dazu kommen exklusive Fähigkeiten, die nur Amazon eigene Hardware-Produkte bieten können, wie etwa Anruf- und Multiroom-Funktionen.

Ob sich die genannten „Herstellungskosten“ auf die regulären Preise (z.B. 179,99 Euro für das Fire HD 10) oder auf die Aktionen () beziehen, wird von Limp nicht erläutert.

Amazon und das Handlungsfeld Datenschutz

Neben den knallhart kalkulierten Preisen für hauseigene Hardware äußert sich Limp auch zu Alexa, der persönlichen Assistentin von Amazon. Dem IT-Riesen wird für seine rasanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz zwar Bewunderung aus dem Lager der Technik-Enthusiasten zuteil – auf der anderen Seite muss der Konzern für seine lauschenden Lautsprecher auch harte Kritik von Datenschützern einstecken.

Auf das Thema Datenschutz angesprochen, erklärt Limp, dass Amazon die Kundendaten von Alexa am sichersten Ort aufbewahre: „Dort, wo auch Ihre Kreditkartendaten landen.“ Das Unternehmen würde diese Daten „nie verkaufen“. Das Vertrauen der Kunden zu verletzen, wäre „furchtbar“ für Amazons Geschäft.

Alexa befinde sich in einer ständigen Weiterentwicklung und man habe noch einen langen Weg vor sich. Computer müssten erst „lernen, wie man Gespräche führt,“ so der Manager. Die dialogorientierte Kommunikationsweise von Menschen sei noch nicht erreicht, hier Alexa noch eine Art Kurzzeitgedächtnis. Immerhin sind digitale Assistenten wie Alexa oder Google Assistant schon einigermaßen unterhaltsam:

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Quelle: Zeit via Golem

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