Amazon's Choice: So wählt der Online-Händler die Produkte aus

Selim Baykara

Viele Artikel, die ihr beim Online-Händler Amazon kauft, werden inzwischen mit der Kennzeichnung Amazon’s Choice besonders hervorgehoben. Wir erklären, was das bedeutet und wann ein Produkt das Badge bekommt.

Amazon's Choice: So wählt der Online-Händler die Produkte aus
Bildquelle: millionsjoker / Getty Images.

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Wer bei Amazon durch das Sortiment stöbert, sieht in der letzten Zeit immer öfter die Bezeichnung Amazon’s Choice. Sucht man nach etwas, wird das Badge in den Suchergebnissen direkt über dem jeweiligen Produkt angezeigt und lenkt die Aufmerksamkeit zielsicher auf den Artikel. In der Beschreibung findet ihr die Kennzeichnung dann noch einmal unter der Sternebewertung – was genau das Gütesiegel bedeutet, kann man aber nicht sehen.

Inhalt

Amazon’s Choice: Das bedeutet es bei Produkten

Amazon’s Choice wurde ursprünglich 2015 eingeführt, um den Einkauf mit einem Echo-Lautsprecher zu erleichtern. Beim Einkauf mit der Sprachassistentin Alexa werden zunächst Produkte gelistet, die die Kennzeichnung Amazon’s Choice haben. Daher lassen sich auch alle Produkte mit diesem Label über ein Echo-Lautsprechersystem bestellen. Inzwischen findet man Amazon’s-Choice-Produkte aber immer öfter auch auf der normalen Amazon-Webseite.

Generell handelt es bei Amazon’s Choice um eine Kaufempfehlung von Amazon. Damit werden beliebte und gut bewertete Produkte gekennzeichnet, die gleichzeitig besonders günstig sind. Das Label ist allerdings keine Garantie für den niedrigsten Preis. Daher macht es durchaus Sinn, selbst Preise zu vergleichen und Bewertungen durchzulesen und euch nicht einfach auf die Empfehlung von Amazon zu verlassen.

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Was sind die Kriterien für das Amazon’s-Choice-Badge?

Wenn man mit dem Mauscursor über den Schriftzug Amazon’s Choice fährt, öffnet sich ein kleines Fenster, in dem Amazon eine kurze Zusammenfassung bietet:

Amazon’s Choice empfiehlt top bewertete, sofort lieferbare Produkte zu einem günstigen Preis.

Das ist zwar erst einmal recht vage, immerhin werden aber schon einmal drei Kriterien genannt:

  • Gute Bewertung durch die Kunden
  • Sofortige Lieferbarkeit mit
  • Guter Preis

Problem: Auf der Amazon-Webseite findet man keinerlei weitere Erklärungen zum Auswahlprozess – zumindest gilt das für die deutsche Version. Auf der Seite von Amazon USA und der mobilen US-Amazon-App wird seit einiger Zeit zumindest teilweise angezeigt, warum ein Produkt das Amazon’s-Choice-Label bekommt. Beispielhaft sieht man das etwa an einem Gaming-Laptop der Marke Acer.

Amazon nennt folgende Gründe als ausschlaggebend für eine Kennzeichnung als Amazon’s Choice:

  • Niedrige Rückgaberate (28 % geringer als vergleichbare Produkte)
  • Hohe Bewertung (4.1 Sterne bei über 1200 Bewertungen)
  • Beliebter Artikel (wird oft bei den Suchergebnissen in Amazon angeklickt)

Damit kann man schon ein bisschen besser verstehen, warum ein Produkt als Amazon’s Choice markiert wird: Es handelt sich dabei um Artikel, die häufiger angeklickt, weniger zurückgegeben und besser bewertet werden als andere Artikel aus diesem Segment. Das ist dann auch der zentrale Unterschied zu den Amazon-Bestsellern. Bei den Bestsellern zählt die reine Zahl der verkauften Artikel. Wie gut ein Artikel bewertet oder wie oft er zurückgegeben wird, spielt dabei keine Rolle.

Was Amazon nicht verrät: Wie die Produkte ausgewählt werden. Stichproben zufolge spielt dabei aber die persönliche Such-Historie bei Amazon eine Rolle. Sprich: Die Kennzeichnung Amazon’s Choice hängt auch davon ab, was ihr vorher bei Amazon gesucht habt.

Wenn ihr beispielsweise nach gesucht habt, kann es sein, dass verwandte Produkte wie oder Echo-Zubehör plötzlich mit dem Gütesiegel gekennzeichnet werden, obwohl das vorher nicht der Fall war. Der Prozess ist zudem stark von Schlüsselworten (Keywords) abhängig, die man in die Suchmaske bei Amazon eingibt. Je nach Anfrage werden bestimmte Produkte als Amazon’s Choice gekennzeichnet oder nicht. Bei der Suchanfrage WLAN Steckdose wird beispielsweise die als Amazon’s Choice angezeigt. Sucht man stattdessen nach Funksteckdose ist das Amazon’s Choice.

Das Verfahren ist also durchaus nachvollziehbar. 100-prozentig durchschauen lässt sich der Prozess aber nicht. Bei unseren Tests wurde beispielsweise eine Echo-Dot-Hülle in Blau als Amazon’s Choice gekennzeichnet, die gleiche Variante in Weiß aber nicht. Warum? Das weiß wohl nur der Amazon-Logarithmus.

 

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Wer wählt die Produkte für Amazon’s Choice aus?

Interessant ist, dass alle Faktoren, die Amazon als Auswahlkriterien für Amazon’s Choice nennt, quantifizierbar sind. Sowohl das Klickverhalten der Nutzer, die Rückgabe-Quote und die Anzahl der Bewertungen sind messbare Größen. Man kann also davon ausgehen, dass ein Algorithmus darüber entscheidet, wann ein Produkt als Amazon’s Choice bezeichnet wird. Eine genaue Auskunft von Amazon gibt es nicht, die meisten Beobachter in den USA kommen aber zu dem gleichen Schluss.

Eine große Überraschung ist das eigentlich aber nicht. Amazon ist bekannt dafür, die Daten der Nutzer akribisch auszuwerten und Prozesse, wo möglich zu automatisieren. Dazu zählen beispielsweise auch der Empfehlungs-Algorithmus oder die automatisierten Vorschläge (Kunden, die … kauften, haben sich auch diese Produkte angesehen).

Dafür spricht auch, dass Artikel plötzlich als Amazon’s Choice angezeigt werden, bei denen das vorher nicht der Fall war. Amazon speichert offenbar bisher getätigte Suchanfragen der Käufer und erstellt daraus ein Modell, welche Artikel ebenfalls für einen Kunden empfehlenswert sein könnten.

 

Wie kann man Amazon’s Choice für ein Produkt bekommen?

Wer bei Amazon als Verkäufer tätig ist, wird sich eventuell schon gefragt haben, wie man die Kennzeichnung Amazon’s Choice für eigene Artikel bekommt. Schließlich bedeutet der Badge mehr Aufmerksamkeit und damit auch mehr potentielle Verkäufe. Amazon selbst kommentiert das Verfahren nicht offiziell. Im Forum für Amazon-Reseller gibt es aber einige Auskünfte, die anscheinend von einem Amazon Mitarbeiter stammen. Dort heißt es:

Verkäufer brauchen sich nicht registrieren oder bewerben, um in Frage für Amazon’s Choice zu kommen. Für das Feature werden alle hochbewerteten Artikel mit Prime-Versand in Betracht gezogen. Daher ist es nicht möglich eine Anfrage zu stellen, dass ein Produkt als Amazon’s Choice für eine bestimmte Suchanfrage gekennzeichnet wird.

Auch das spricht dafür, dass es sich bei Amazon’s Choice um eine automatisierte Auswahl handelt. Produkte, die die Kriterien erfüllen (Echo-Verfügbarkeit, Prime-Lieferung, gute Bewertung), werden anscheinend in einen Pool von möglichen Kandidaten aufgenommen. Je nach Suchanfrage bekommt der Nutzer dann bestimmte Artikel als Amazon’s Choice ausgespielt. Diese Empfehlungen sind durchaus sinnvoll und so wie es aussieht bevorzugt Amazon auch nicht seine eigenen Produkte. Ob so ein automatisiertes Verfahren eine echte Kaufberatung ersetzen kann (wie ihr sie beispielsweise auf GIGA findet), ist aber mehr als fraglich.

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Achtet ihr darauf, ob Produkte mit der Bezeichnung Amazon’s Choice gekennzeichnet werden? Oder ist euch das egal und ihr sucht lieber selbst nach eurem persönlich besten Angebot? Schreibt uns in den Kommentaren!

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